Über Techno tanzen und Designerdrogen hat sich Mirko Maschewsky im Artikel “Innergesellschaftliche Außergesellschaftlichkeit. Zwei Jahrzehnte Veräußerung der Bedürfnisse: Raven, Techno1 und Designerdrogen.” Gedanken gemacht.

Zu finden ist der Artikel als pdf File – erstaunlicherweise, da thematisch doch eher dort gar nicht hineinpassend – auf Kritiknetz.

Kritik folgt hier in Kürze. Einiges ist in dem Artikel gut beschrieben, einiges mag nicht so recht einleuchten.
Hier der Teaser: Insbesondere die Argumente, mit denen die Technoparty als von einem Konzert unterschiedlich beschrieben wird. Etwa: ” Techno wird nicht wie der Lieblingspopsong, kurz mal zwischendurch gehört und er wird auch nicht zwei bis drei Stunden konsumiert, wie bei einem Konzert. Sondern Techno, wird manchmal vier Tage und Nächte am Stück konsumiert.” Das erinnert doch leicht an Fernfahrerhumor der Marke “Meiner ist 16 Meter lang”. Rockfestivals dauern auch mehrere Tage. Dass die zeitliche Dauer einen qualitativen Unterschied zu anderen Arten kulturindustriellen Musikkonsums markiert, ist doch eher eine wackelige Annahme.

Handelt es sich beim Raven nun um einen emanzipativen Prozess oder um eine wunderbare Ablenkung vom kapitalistischen Alltag, die dazu fähig ist genau diesen kapitalistischen Alltag zu modernisieren? Die kapitalistische Integrationskraft ist bekanntermaßen ungeheuerlich. Es ist ja auch kein unbekanntes Phänomen, das sogar solche politischen Subjekte, welche aufbrechen, um die Auswirkungen von Staat und Kapital zu bekämpfen, nach kurzer Zeit systemintegriert sind und anderen zur Steigerung der Produktivität verhelfen. Radikal wäre dieser Dynamik mit der Forderung: „Raven bis Staat und Kapital zusammenbrechen“, zu begegnen.

Also dann doch wieder zurück zu Slime. Statt musikalischer Befreiung wird Musik als Mittel für die Politgruppe, als Transportträger von dem, was umgangssprachlich Ideologie, treffend wohl als politische Parole bezeichnet werden kann.