Für kommerziell erfolgreiche Schauspieler, Musiker, Regisseure gehören nette Anekdoten, scheinbar intime Geständnisse, mehr oder weniger tiefsinnige Gedanken oder charmante Witze zur Kernkompetenz.

http://www.brandeins.de/archiv/2014/werbung/erzaehl-was-von-dir.html

Und leider nervt diese Kunst streckenweise ganz gewaltig ab. Beim Abschluß-Talk des SXSW 2014 von Bruce Sterling habe ich nach wenigen Minuten ausgeschaltet. Eine solche Aneinanderreihung von Plattitüden ist mir selten begegnet. Ein ganz schreckliches who-is-who des Name-Droppings, wer da alles wichtig gewesen sei. Behold! Mit welch´ wichtigen Personen ich zu tun habe! Ich spreche mit Snowden und Assange! Und ihr dürft daran teilhaben und zuhören, was ich so alles Großartiges tue! So in etwa wirkt der ganze Talk, der in Selbstgerechtigkeit badet.

Die Attitüde, man selbst stünde auf der Seite der Guten, geht mir ziemlich gegen den Strich. Wahllos werden alle möglichen Personen aufgereiht, die alle irgendwas tun – für “die gute Sache”, die nur implizit umkreist wird. Gab es da nicht mal Kritik an Beppe Grillo, dass dessen Partei keineswegs basisdemokratisch sondern autokratisch von oben nach unten organisiert würde? Und dass im Endeffekt nur der übliche Populismus abgespult würde? Das ist egal, hier wird mit leuchtenden Augen von der tollen Idee erzählt und ein Medienthema von Anfang 2013 recycled.
Dabei geht es um den ewigen Kreislauf von Selbstdarstellung und Leuten die mit professioneller Selbstdarstellung ihr Brot verdienen.

via http://boingboing.net/2014/03/15/bruce-sterlings-closing-rema.html